ELLE A ÉLEVÉ LA VOIX AU-DESSUS DE LA MÊLÉE – UND DANN?
Die Stadttauben 1 – 5 und Alessandro Schiattarella begrüssen. Dem Lichttechniker des Theaters und Co-Autor wird zugehört und verlässt die Bühne (2020)
André Donzé, Lichttechniker an der Gessnerallee und freischaffender Lichtdesigner, übernimmt die Ko-Autorenschaft der Theaterarbeit und entscheidet sich bewusst, Stellung zu beziehen. In seinem Solo formuliert er eine radikale Setzung: Das Projekt sei von Anfang an gescheitert, es sei nichts, hier geschehe nichts – und er selbst sei eine Fehlbesetzung.
Mit einem ausgedruckten Eingabekonzept und einem Lederbürostuhl als einzigen Requisiten entwickelt Donzé während sechs intensiver Probetage einen präzisen, schonungslos ehrlichen Text. In der stillen Mittwochsaufführung, getragen von spürbarer Spannung im Raum, entfaltet sich sein Solo mit grosser Klarheit und Konsequenz.
Mit einem ausgedruckten Eingabekonzept und einem Lederbürostuhl als einzigen Requisiten entwickelt Donzé während sechs intensiver Probetage einen präzisen, schonungslos ehrlichen Text. In der stillen Mittwochsaufführung, getragen von spürbarer Spannung im Raum, entfaltet sich sein Solo mit grosser Klarheit und Konsequenz.
Crédits
Konzept und künstlerische Leitung:Ketty Ghnassia
von und mit:
Mitarbeiter:innen der Gessnerallee
Nailje Bedjeti, André Donzé
Mitarbeiter:innen der Freien Szene
Seraina Dür, Ketty Ghnassia, Jonas Gillmann, Jessica Jurassica, Alessandro Schiattarella, Stadttauben 1 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 2 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 3 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 4 (Dür&Gillmann-Kollektiv) und Stadttauben 5 (Dür&Gillmann-Kollektiv)
Bühnenbild:
Ketty Ghnassia, André Donzé, Alessandro Schiattarella, Jessica Jurassica
Gefördert durch:
Stadt Zürich Kultur, Elisabeth Weber Stiftung
Eine Produktion der cie la mêlée in Koproduktion mit der Gessnerallee
Zur prozessbasierten Theaterarbeit ELLE A élévé la voix au-dessus de la mêlée
In der Kunst wird viel über Dekonstruktion gesprochen.Mit diesem Theaterdispositiv wurde sie umgesetzt.
Die prozessbasierte Theaterarbeit widmet sich des Themas der Inklusion und arbeitet
1) ohne klassische Regie-Funktion, sondern mit Ko-Autorenschaft aller Beteiligten,
2) mit Darsteller:innen, die nur vereinzelt den Schauspielberuf ausübten, und
3) mit einem Zeitraum, der die üblichen Produktionsabläufe in gedrängter Form darstellte.
Inklusion ist eine menschliche Angelegenheit. Es sind also so viel Menschen dazu eingeladen, wie das Budget dies erlaubt, einen Schritt zurückzutreten und herauszufinden, welche fiktive Wirs aus diesem Theaterdispositiv entstehen würden/könnten und nach welchen Aushandlungsprozessen – inklusiv mit den Zuschauer:innen – dies verlaufen würde.
Insgesamt sind es sechs Mitarbeiter:innen der Gessnerallee (von der Reinigungsfachfrau bis zur Theaterleiterinnen) und 13 Künstler:innen der freien Szene.
Die Struktur der Vorstellungen war immer die gleiche: Ein:e Ko-Autor:in eröffnete und schloss die Aufführung, alle anderen anwesenden Ko-Autor:innen agierten dann innerhalb des Rahmens während 60 Minuten.
PS:
Die Theaterleitung hat Ketty Ghnassia eine Woche vor Probebeginn darüber informiert, dass es nur begrenzt bzw. nicht an den Probe- und Aufführungstage teilnehmen werden (könne). Das Exklusive an dieser Theaterarbeit war ja, dass die Menschen der höheren Etagen sich auf die Initiative einer Künstlerin einlassen wollten und sich bereit erklärt hatten, die Theaterbühne gemeinsam zu nutzen und sich die Autorenschaft der Aufführungen zu teilen. Für einige Beteiligte entfiel mit der Nicht-Teilnahme der Theaterleitung ein relevanter Motivationspunkt.
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