ELLE A ÉLEVÉ LA VOIX AU-DESSUS DE LA MÊLÉE – UND DANN?
« Pour Mettre La Crise en Crise », entscheidet das inklusive Theaterkollektiv, die erste Aufführung abzusagen. Sie war ausverkauft (2020)
Es braucht eine Institution und vor allem Menschen, die an Kontingenz und dem Konstrukt von Identität und somit von Machtverhältnissen glauben.
Es braucht Menschen, die bereit sind, ihre eigene Macht zu reflektieren, andere Praktiken und Alltagshandlungen zu perpetuieren, die wiederum zu anderen Identitäten und Machtverhältnissen führen.
Gelebte Erfahrungen sind dabei Voraussetzung.
Die Vorstellung wird in Form einer Mail an die Zuschauer:innen durchgeführt. Ketty Ghnassia informiert die Zuschauer:innen, dass das Kollektiv sich dazu entschieden hat, die Aufführung des Abends abzusagen. Anstelle dessen lädt das Kollektiv die Zuschauer:innen herzlich dazu ein, uns ausserhalb der Aufführungen zu besuchen.
Dieser Umgang mit der Corona-Krise wurde noch nicht ausprobiert und wir hatten die Möglichkeit dies fiktional umzusetzen. Diese Chance wollten wir nicht verpassen.
Es braucht Menschen, die bereit sind, ihre eigene Macht zu reflektieren, andere Praktiken und Alltagshandlungen zu perpetuieren, die wiederum zu anderen Identitäten und Machtverhältnissen führen.
Gelebte Erfahrungen sind dabei Voraussetzung.
Die Vorstellung wird in Form einer Mail an die Zuschauer:innen durchgeführt. Ketty Ghnassia informiert die Zuschauer:innen, dass das Kollektiv sich dazu entschieden hat, die Aufführung des Abends abzusagen. Anstelle dessen lädt das Kollektiv die Zuschauer:innen herzlich dazu ein, uns ausserhalb der Aufführungen zu besuchen.
Dieser Umgang mit der Corona-Krise wurde noch nicht ausprobiert und wir hatten die Möglichkeit dies fiktional umzusetzen. Diese Chance wollten wir nicht verpassen.
Crédits
Konzept und künstlerische LeitungKetty Ghnassia
von und mit:
Mitarbeiter:innen der Freien Szene
Jessica Jurassica, Jonas Gillmann
Gefördert durch:
Stadt Zürich Kultur, Elisabeth Weber Stiftung
Eine Produktion der cie la mêlée in Koproduktion mit der Gessnerallee
Zur prozessbasierten Theaterarbeit ELLE A élévé la voix au-dessus de la mêlée
In der Kunst wird viel über Dekonstruktion gesprochen.Mit diesem Theaterdispositiv wurde sie umgesetzt.
Die prozessbasierte Theaterarbeit widmet sich des Themas der Inklusion und arbeitet
1) ohne klassische Regie-Funktion, sondern mit Ko-Autorenschaft aller Beteiligten,
2) mit Darsteller:innen, die nur vereinzelt den Schauspielberuf ausübten, und
3) mit einem Zeitraum, der die üblichen Produktionsabläufe in gedrängter Form darstellte.
Inklusion ist eine menschliche Angelegenheit. Es sind also so viel Menschen dazu eingeladen, wie das Budget dies erlaubt, einen Schritt zurückzutreten und herauszufinden, welche fiktive Wirs aus diesem Theaterdispositiv entstehen würden/könnten und nach welchen Aushandlungsprozessen – inklusiv mit den Zuschauer:innen – dies verlaufen würde.
Insgesamt sind es sechs Mitarbeiter:innen der Gessnerallee (von der Reinigungsfachfrau bis zur Theaterleiterinnen) und 13 Künstler:innen der freien Szene.
Die Struktur der Vorstellungen war immer die gleiche: Ein:e Ko-Autor:in eröffnete und schloss die Aufführung, alle anderen anwesenden Ko-Autor:innen agierten dann innerhalb des Rahmens während 60 Minuten.
PS:
Die Theaterleitung hat Ketty Ghnassia eine Woche vor Probebeginn darüber informiert, dass es nur begrenzt bzw. nicht an den Probe- und Aufführungstage teilnehmen werden (könne). Das Exklusive an dieser Theaterarbeit war ja, dass die Menschen der höheren Etagen sich auf die Initiative einer Künstlerin einlassen wollten und sich bereit erklärt hatten, die Theaterbühne gemeinsam zu nutzen und sich die Autorenschaft der Aufführungen zu teilen. Für einige Beteiligte entfiel mit der Nicht-Teilnahme der Theaterleitung ein relevanter Motivationspunkt.
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