ELLE A ÉLEVÉ LA VOIX AU-DESSUS DE LA MÊLÉE – UND DANN?

Die künstlerische Leiterin heisst willkommen. Die Performerin und Co-Autorin tritt aus ihrem Zelt und nimmt zur Theaterarbeit Stellung (2020)

In der heutigen Aufführung steht die freischaffende Schauspielerin Sandra Utzinger neben ihrem Zelt. Sie nimmt sich Zeit, es sorgfältig zusammenzupacken, bringt ihren Veloanhänger auf die Bühne, lädt das Zelt ein und verlässt den Bühnenraum. Kurz darauf kehrt sie ohne Zelt zurück. Dort beginnt ihr Monolog – als Antwort auf den Flyertext der Theaterarbeit. Sie erzählt von ihrer emotional anspruchsvollen Reise sowie von den Widerständen, die ihr im Verlauf des Projekts begegnet sind.

Crédits

Konzept und künstlerische Leitung:
Ketty Ghnassia

von und mit:
Mitarbeiter:innen der Gessnerallee
Nailje Bedjeti, André Donzé, Lisa Letnansky

Mitarbeiter:innen der Freien Szene
Matthias Brücker (geschützte freie Szene), Seraina Dür, Ketty Ghnassia, Jonas Gillmann, Jessica Jurassica, Fatima Moumouni, Alessandro Schiattarella, Stadttauben 1 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 2 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 3 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 4 (Dür&Gillmann-Kollektiv), Stadttauben 5 (Dür&Gillmann-Kollektiv) und Sandra Utzinger

Text:
Ketty Ghnassia, Sandra Utzinger

Bühnenbild:
Ketty Ghnassia, Jessica Jurassica, Anne Linke, Alessandro Schiattarella, Sandra Utzinger

Videoinstallation:
Jessica Jurassica

Produktionsleitung:
Ketty Ghnassia

Gefördert durch:
Stadt Zürich Kultur, Elisabeth Weber Stiftung

Eine Produktion der cie la mêlée in Koproduktion mit der Gessnerallee

Zur prozessbasierten Theaterarbeit ELLE A élévé la voix au-dessus de la mêlée

In der Kunst wird viel über Dekonstruktion gesprochen.
Mit diesem Theaterdispositiv wurde sie umgesetzt.

Die prozessbasierte Theaterarbeit widmet sich des Themas der Inklusion und arbeitet

1) ohne klassische Regie-Funktion, sondern mit Ko-Autorenschaft aller Beteiligten,

2) mit Darsteller:innen, die nur vereinzelt den Schauspielberuf ausübten, und

3) mit einem Zeitraum, der die üblichen Produktionsabläufe in gedrängter Form darstellte.

Inklusion ist eine menschliche Angelegenheit. Es sind also so viel Menschen dazu eingeladen, wie das Budget dies erlaubt, einen Schritt zurückzutreten und herauszufinden, welche fiktive Wirs aus diesem Theaterdispositiv entstehen würden/könnten und nach welchen Aushandlungsprozessen – inklusiv mit den Zuschauer:innen – dies verlaufen würde.

Insgesamt sind es sechs Mitarbeiter:innen der Gessnerallee (von der Reinigungsfachfrau bis zur Theaterleiterinnen) und 13 Künstler:innen der freien Szene.

Die Struktur der Vorstellungen war immer die gleiche: Ein:e Ko-Autor:in eröffnete und schloss die Aufführung, alle anderen anwesenden Ko-Autor:innen agierten dann innerhalb des Rahmens während 60 Minuten.

PS:
Die Theaterleitung hat Ketty Ghnassia eine Woche vor Probebeginn darüber informiert, dass es nur begrenzt bzw. nicht an den Probe- und Aufführungstage teilnehmen werden (könne). Das Exklusive an dieser Theaterarbeit war ja, dass die Menschen der höheren Etagen sich auf die Initiative einer Künstlerin einlassen wollten und sich bereit erklärt hatten, die Theaterbühne gemeinsam zu nutzen und sich die Autorenschaft der Aufführungen zu teilen. Für einige Beteiligte entfiel mit der Nicht-Teilnahme der Theaterleitung ein relevanter Motivationspunkt.